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Was sind Aminosäuren und wozu braucht ein Sportler Aminos? Antworten auf Deine Fragen

Aminosäuren für Sportler und aktive Menschen

Aminosäuren für Sportler und aktive Menschen

Aminosäuren sind die Mikrobausteine von Proteinen. Sie bilden die Basis für menschliches Leben und regulieren viele biochemische Prozesse im Körper. Deswegen ist eine ausreichende Aufnahme von Aminosäuren sehr wichtig.

In diesem Beitrag wird dir erklärt, was Aminosäuren sind, wie sie im Körper funktionieren und warum eine ausreichende Aufnahme gerade für Sportler essentiell ist. Darüber hinaus wird dir ein Überblick über alle Arten von Aminos gegeben. Außerdem geben wir dir Informationen, wie du sie über die Nahrung aufnehmen bzw. durch Nahrungsergänzungsmittel supplementieren kannst.

Was sind Aminosäuren?

Chemisch betrachtet, sind Aminosäuren Mikromoleküle, die verkettete Verbindungen eingehen und somit Proteine bilden. Die Eigenschaften der dadurch entstandenen Proteine hängen von der Anordnung der jeweiligen Aminosäureketten ab. Sie sind für fast alle Prozesse im Körper verantwortlich, da der Großteil unserer Zellen, Muskeln und Gewebe, sich aus diesen zusammensetzt. Sie transportieren und speichern nicht nur Nährstoffe, sondern regeln die Funktionen aller Organe, Drüsen, Sehnen und Arterien.

  Da 20 verschiedene proteinogene Aminosäuren existieren, übernehmen diese viele verschiedene Funktionen im Körper. Proteinogen bedeutet, dass diese an der Proteinbiosynthese beteiligt sind. D.h. sie setzen sich zu Proteinen zusammen. Aminosäuren werden in der Regel in drei Gruppen aufgeteilt.-Essentielle, Semi-Essentielle und Nicht- Essentielle-.

Essentielle Aminosäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden, da der Körper sie nicht eigenständig produzieren kann. Es gibt acht essentielle Aminosäuren – Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin-.

Die zweite Hauptgruppe repräsentieren die semi- essentiellen Aminosäuren. Semi- Essentielle Aminosäuren werden zwar vom Körper selbstständig hergestellt, jedoch nicht in ausreichender Menge. Deswegen solltest du auch diese Aminos zuführen. Zu dieser Gruppe gehören die Aminosäuren Arginin, Cystein, Histidin, Tyrosin.

Alanin, Asparagin bzw. Asparaginsäure, Glutamin bzw. Glutaminsäure, Glycin, Prolin und Serin sind nicht- essentielle Aminosäuren, die ausreichend vom Körper synthetisiert werden. Jedoch kann bei außergewöhnlichen Lebensumständen die zusätzliche Einnahme erforderlich sein. Zum Beispiel durch Stress oder starke körperliche Belastung wird die zusätzliche Aufnahme der essentiellen Aminosäuren durch die Nahrung unumgänglich.

Zusammenfassend sind Aminosäuren aller drei Gruppen für folgende Funktionen nicht weg zu denken:

  • Versorgung: Organisieren den Transport und die Speicherung von Nährstoffen und Botenstoffen im Körper. Außerdem sind sie wichtig für den Stoffwechselprozess und die Blutzuckerregulierung. Zudem wird die Muskulatur durch Aminosäuren mit Sauerstoff und Stickstoffmonoxid versorgt.
  • Gesundheitsfördernd: Bilden Antikörper, stärken das Immunsystem und schützen vor Infektionen.
  • Wohlbefinden: Produzieren das Glücks- bzw. Schlafhormon Serotonin und Melatonin.
  • Aufbau- und Erhalt: Verantwortlich von Aufbau und Erhalt von Muskelgewebe, Zellen, Knochen und Haaren und stellen das HGH-Wachstumshormon Somatotropin her.
  • Energie: Aminosäuren liefern dem Körper Energie. Aus einem Gramm Aminosäuren gewinnt der Körper ca. 25 kcal.

Wer profitiert von der Einnahme von Aminosäuren und wann ist diese sinnvoll?

Für wen ist es sinnvoll Aminosäuren zu sich zu nehmen? Die Antwort auf diese Frage ist sehr leicht. Für jeden Menschen ist es wichtig den Körper mit ausreichend Aminosäuren zu versorgen! Die Frage, die du dir stellen musst, ist die Art wie du Aminosäuren aufnimmst. Du musst vor dem Hintergrund deiner Lebensumstände entscheiden, ob es genügt den Amino Gehalt durch tägliche Nahrung zu decken oder ein wenig nachzuhelfen. Machst du viel Sport oder hast einen stressigen Job wirst du schnell einen Aminosäuren Mangel erleiden.

Bist du hingegen wenig aktiv reicht die Zufuhr durch reguläre Nahrungsaufnahme durchaus aus. Hierbei ist auch zu beachten, dass die Einteilung in Essentielle, Semi- Essentielle und Nicht-Essentielle ebenfalls nicht in Stein gemeißelt ist. Einige Aminosäuren, wie z. B Glutamin und Arginin sind Grenzgänger und sind unter Umständen doch semi- essentiell bzw. essentiell. Gerade im steigenden Alter ist die körpereigene Produktion der nicht-Essentiellen Aminosäuren nicht immer gewährleistet.

Allgemein ist die Einnahme von Aminos sinnvoll für sportlich aktive Menschen, die mehrmals in der Woche intensives Training betreiben. Der Effekt der Zellen- und Gewebebildung ist bei Muskelaufbau von großem Vorteil. Nach einem harten Training sind deine Muskeln ausgelaugt und ermüdet. Ein Muskelwachstum kann nur stattfinden, wenn du dem Muskel nach dem Training ausreichende Aminosäuren zuführst, die bei der Regeneration helfen. Denn ein Muskelaufbau geschieht nicht während des Trainings, sondern in der Regenerationsphase. Ohne Aminosäuren, daher kein Gewebeaufbau. Demnach verpufft dein hartes Training. Außerdem ist die Zufuhr von Aminosäuren Supplements gerade während einer Diät von Vorteil. Durch die reduzierte Nahrungsaufnahme erleidest du oft einen Mangel an Aminosäuren, der unbedingt ausgeglichen werden muss. Zusätzlich fehlt es dir an Energie. Auch dabei helfen dir Aminos. Durch Gluconeogenese werden Aminosäuren zu Kohlenhydraten verarbeitet, die optimal als Energie Lieferant fungieren. Auch im Kraft- Ausdauer Bereich ist die Deckung des Aminosäurenpools zu beachten. Denn Aminosäuren sorgen für eine ausreichende Sauer- bzw. Stickstoffbilanz, die nötig sind, damit Muskeln nicht vorzeitig ermüden.

Aminosäuren in der Nahrung

Aminosäuren in der Nahrung

Aminosäuren in der Nahrung

Da der Körper nur bedingt zur ausreichenden Aminosäuren Produktion im Stande ist, musst du darauf achten die fehlenden Aminosäuren über die Nahrung aufzunehmen. Dabei sind Nahrungsmittel, die essentielle Aminosäuren enthalten, Pflicht auf deinem Ernährungsplan. Je nachdem wie deine tägliche Belastung aussieht, dürfen semi-essentielle Aminosäuren auch nicht fehlen. Ab einem gewissen Alter kann die Herstellung nicht- essentieller Aminosäuren gehemmt sein. Dann muss auch die Deckung dieser Aminosäuren durch Nahrungsaufnahme betrachtet werden.

Bei erhöhtem Sportaufwand, Muskelaufbau oder besonderem Ernährungsverhalten, wie bei einer Diät, genügt die Aufnahme von Aminosäuren durch die Nahrung jedoch nicht mehr. Hier kannst du über eine ergänzende Aminosäuren Zufuhr durch Fitness Supplements nachdenken. Und du musst ggf. auch die Aufnahme von nicht- essentiellen Aminosäuren in Betracht ziehen.

Grundsätzlich kann man Aminosäuren nicht ausschließlich einer pflanzlichen oder tierischen Quelle zuordnen. Viel mehr sind meist mehrere Aminosäuren gleichzeitig in tierischen bzw. pflanzlichen Produkten enthalten. Demnach kann eine Aminosäure wie beispielsweise Leucin in Rindfleisch und in Sojabohnen vertreten sein. Aminosäuren reiche Lebensmittel sind Schweine-, Rind-, Putenfleisch, Nüsse, Hülsenfrüchte, Sojabohnen, Haferflocken, Käse, Tomaten, Karotten, Bananen, Schokolade, Weizenkeime, Mandeln, Getreide, Eier, Lachs, Linsen, Orangen, Mandarinen, Sellerie, Brokkoli, Spinat, Erbsen und Fisch.

Zusätzlich musst du eine ausreichende Vitaminversorgung deines Körpers gewährleisten, da manche Aminosäuren nur in Verbindung mit Vitaminen ihre Wirkung entfalten. Hier ist vor allem der Vitamin B- Komplex nötig.

Welche Arten von Aminosäuren gibt es als Fitness Supplements?

Alle der 20 proteinogenen Aminosäuren sind als Supplement Produkte im Handel erhältlich. Die Frage, die du dir bei dem richtigen Produkt für deinen Gebrauch stellen musst ist: „Brauche ich wirklich ein Supplement, das nur eine Aminosäure enthält oder nehme ich ein Präparat das mehrere Aminosäuren abdeckt?“ Wenn dein Arzt bei dir einen Mangel einer bestimmten Aminosäure feststellt, ist es durchaus sinnvoll einzelne Aminos zu supplementieren. Legst du jedoch den Schwerpunkt auf eine ausgewogene Aminosäuren Versorgung, ist ein Supplement, das zumindest alle essentiellen Aminosäuren abdeckt sinnvoller für dich. Da du sonst mit Einzelprodukten zu viele Tabletten an einem Tag nehmen müsstest. Wozu solltest du das machen, wenn man seinen Bedarf auch mit einer einzigen Tablette aus einer Mischung an Aminosäuren decken kann.

Im Folgenden werden dir handelsübliche Formen von Aminosäuren-Komplexe, aber auch einzelne Amino-Supplements, von denen man sich spezielle Effekte verspricht, aus dem breiten Pool der Fitness Industrie vorgestellt.

BCAA

Branched-Chain Amino Acids sind verzweigtkettige Aminosäuren. Die Mischung aus den Aminosäuren L-Leucin, L-Isoleucin und L-Valin verspricht nicht nur eine antikatabole Wirkung, d.h. BCAA in dieser Kombination wirken dem Abbau von Muskulatur entgegen, sondern fördern auch den Muskelaufbau. Den Vorteil der antikatabolen Wirkung kannst du bei einer Diät nutzen, da durch die reduzierte Nahrungsaufnahme oft auch Muskelmasse verloren geht. Auch bei Ausdauersport wird die Energiebereitstellung durch BCAAs verbessert. Gleichzeitig musst du darauf achten, das im BCAA Supplement ausreichend Vitamin B6 vorhanden ist, da sonst die Aufnahme von L-Leucin nicht richtig funktioniert.

EAA

EAA kommt aus dem Englischen und bedeutet „Essential Amino Acids“. Auf Deutsch heißt das nichts anderes als Essentielle Aminosäuren. In diesem Supplement sind alle Essentiellen Aminosäuren, die der Körper braucht, enthalten. L-Leucin, L-Isoleucin, L-Valin, L-Lysin, L-Methionin, L-Phenylalanin, L-Threonin und L-Tryptophan legen in Kombination den Grundstein für ein erfolgreiches Training.

Aminosäuren-Komplex

Neben den essentiellen Aminosäuren beinhaltet ein Komplex auch semi- und nicht- essentielle Aminosäuren. Bei den semi-essentiellen kommen noch L-Arginin und L-Histidin dazu. Den Aminosäurenkomplex komplettieren die nicht- essentiellen Aminosäuren L-Alanin, L-Glutamin, L-Glycin, L-Tyrosin, L-Prolin und L-Serin. Die Idee hinter einem Aminosäurenkomplex ist die, die Palette der Aminosäuren möglichst gleichmäßig zu decken. Im Vordergrund steht bei diesem Produkt nicht nur der Trainingserfolg, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden des Körpers im Alltag, weil Aminosäuren z. B. auch Einfluss auf die Gemütslage haben.

Arginin

L-Arginin gehört zu den semi-essentiellen Aminosäuren. Die Eigenschaft von L-Arginin mit Sauerstoff zu reagieren, verhilft der Aminosäure Stickstoffmonoxid (NO) zu produzieren. Dadurch weiten sich die Blutgefäße in den Muskeln, wodurch mehr Blut durch diese fließen kann. Die dadurch verbesserte Nährstoffaufnahme verspricht ein effektiveres Muskelwachstum und eine schnellere Regeneration.

Beta-Alanin

Chemisch gesehen ist Beta Alanin und L-Alanin (Alpha Alanin) nicht dasselbe. Beta Alanin ist keine proteinogene, sondern eine biogene Aminosäure. Der Unterschied zwischen den beiden Aminosäuren liegt in der Anordnung der Kohlenstoffatome. Der Einsatz von Beta Alanin wird hauptsächlich in Trainings Pre- Workout Boostern fokussiert. Durch die Reaktion von Beta Alanin und der Aminosäure Histidin entsteht Carnosin. Das Carnosin ist während des Trainings für den Haupteffekt von Beta Alanin verantwortlich.

Es wirkt der Übersäuerung, die sich durch ein Brennen in der beanspruchten Muskelpartie auszeichnet, während des Muskeltrainings entgegen. Dadurch ist ein intensiveres Training möglich, da das Muskelgewebe nicht so schnell ermüdet. Beta Alanin ist eins der wenigen Nahrungsergänzungsmittel, bei dem du die Wirkung unmittelbar nach der Einnahme spürst. Dein ganzer Körper fängt an zu kribbeln, wodurch ein aufputschender Effekt entsteht. Dies soll die Disziplin und die Lust am Training steigern.

Glutamin

Zwar gehört Glutamin zu den nicht-essentiellen Aminosäuren, dennoch kann bei intensivem Training eine Supplementierung von Glutamin sinnvoll sein, weil die körpereigene Produktion gehemmt wird. Außerdem repräsentiert Glutamin mit ca. 20% Anteil im Aminosäurenpool die höchste Konzentration an Aminosäuren. Am häufigsten kommt Glutamin in den Muskelzellen vor, wo es einen Zellwachstum während des Workouts verursacht. Dies geschieht durch eine bessere Wasserversorgung der Muskelzellen. Die dadurch anabole Wirkung fördert die Proteinbiosynthese, und damit auch den Muskelaufbau. Gleichzeitig wirkt es auch anti- katabol, d.h. es hilft beim Erhalt der Muskulatur. Darüber hinaus wird die Fähigkeit zur Regeneration und zum Fettabbau verbessert.

L-Carnitin

Carnitin ist eine Eiweiß Verbindung, die durch die beiden Aminosäuren Methionin und Lysin entsteht. Die Wirkung vom L-Carnitin Supplement zielt hauptsächlich auf eine bessere Fettverbrennung ab. Dies geschieht dadurch, weil Carnitin an der Energiegewinnung aus Fettsäuren beteiligt ist. Dadurch soll der Körperfettanteil reduziert werden.

Du kannst Aminosäuren Supplements in einigen verschiedenen Formen zu dir nehmen. Sie sind meist als Kapseln und Tabletten zusammen mit ausreichend Wasser einzunehmen. Es gibt aber auch Aminosäuren Pulver (ähnlich wie Proteinpulver) mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, aus dem du dir einen Shake machen kannst.

Wieviel Aminosäuren sind gut für mich? Tipps zur Amino Zufuhr

Wieviele Aminos sind gut für Sportler?

Wieviele Aminos sind gut für Sportler?

Grundsätzlich besteht für sportlich aktive und Nicht Sportler ein Unterschied beim Protein bzw. Aminosäuren Bedarf.

Wenn du körperlich aktiv bist steigt auch dein Bedarf an essentiellen, semi- essentiellen und ggf. auch an nicht- essentiellen Aminosäuren.

Dabei hängt deine optimale Versorgung an Aminosäuren von vielen Faktoren ab. Zum einen ist dein Körpergewicht entscheidend, zum anderen auch deine Größe. Aber auch Alter und Belastungsgrad sind wichtige Einflüsse.

In erster Linie solltest du den Bedarf an essentiellen Aminosäuren durch die Nahrung und ggf. ergänzend mit Supplements decken, weil der Körper nicht in der Lage ist, diese selbst herzustellen. Jedoch ist eine genaue Angabe, wieviel von jeder einzelner Aminosäure dein Körper braucht, schwierig zu treffen.

Auch in der Wissenschaft ist es strittig, wie einzelne Aminosäuren dosiert werden sollen. Dennoch gibt es Studien zu empfohlenen Tagesdosen. Hier kannst du empfohlene Zufuhrmengen pro kg Körpergewicht und pro Tag entnehmen.

Zufuhrmengen von Aminosäuren pro kg und pro Tag Quelle: Ernährungs- Umschau 53 (2006) Heft 4 S. 141.

Zufuhrmengen von Aminosäuren pro kg und pro Tag
Quelle: Ernährungs- Umschau 53 (2006) Heft 4 S. 141.

Nach der Tabelle benötigst du als Mann der 75 kg wiegt z. B. 1875 mg Isoleucin usw. Bei trainierenden Menschen kann der Bedarf auch durchaus höher sein. Du solltest auch die Einnahmehinweise vom Hersteller beachten. Teilweise werden dort empfohlen bis zu 10 Kapseln zu supplementieren. Die Angaben des Herstellers sind oft überhöht. Meistens reicht die Hälfte der angegeben Dosis aus.

Nicht nur das Wissen über den Gesamtbedarf ist wichtig, sondern auch der Zeitpunkt der Einnahme ist effizient zu gestalten. Dabei musst du die Dosis variieren. An Trainingstagen solltest du mehr nehmen als an Trainingsfreien Tagen. Hast du am Tag kein Training geplant, reicht es aus morgens und abends Aminosäuren zu sich zu nehmen. Steht dir ein intensives Training bevor, solltest du zusätzlich kurz vor und kurz nach dem Training Aminosäuren einsetzen. Sinnvoll ist auch ergänzend nachdem Training einen Whey Protein Shake zu trinken. Wenn du Aminosäuren in Pulverform vorliegen hast, kannst du auch beides gleichzeitig in einem Shake verarbeiten. Zusätzlich musst du beachten keine dauerhafte Überdosierung zu riskieren. Leber- und Nierenschäden sind die Folge. Aber auch Gicht und Gelenkentzündungen können auftreten. Insgesamt ist die zusätzliche Einnahme durch Nahrungsergänzungsmittel mit Vorsicht zu genießen, da wenig bekannt über den Bedarf ist. Du solltest vorher zu einem Arzt gehen und mit ihm eine individuelle Gesamtbedarfsmenge erörtern.

Aminosäuren und Gesundheit – Tipps nicht nur für Allergiker

Wenn du dich fokussiert mit der Einnahme von Aminosäuren beschäftigst, kommt dir nach kurzer Zeit der Gedanke auf, ob der übermäßige Verzehr von Aminosäuren Nebenwirkungen aufweisen kann. Wenn man kurzfristig die Menge an Aminosäuren überdosiert, können bei Personen mit anfälligen Magen- Darm Trakten unangenehme Begleiterscheinungen wie Durchfall, Blähungen und Übelkeit auftreten. Sollten diese Symptome bei dir auftreten, solltest du die Dosis der Aminosäuren Supplementierung senken. Auftretende Symptome kannst du auch durch eine Schrittweise Gewöhnung des Körpers an eine bestimmte Menge reduzieren. Mehr Wasser trinken als die durchschnittlich empfohlene Menge ist essentiell für dich, um die Nieren zu entlasten. Darüber hinaus ist die Ausgewogenheit der Aminosäuren im Körper wichtig. Jeder Aminosäure muss die gleiche Aufmerksamkeit zukommen. Deswegen ist es auch wenig sinnvoll nur eine Aminosäure zu supplementieren, da dadurch ein Mangel der restlichen Aminosäuren auftreten kann. Dies führt zu Störungen der Körperfunktionen (Protein- und Hormonbildung) und beeinträchtigt dich im Alltag z. B. durch Müdigkeit, Konzentrationsschwächen bis hin zu Depressionen. Aber auch körperliche Beschwerden, wie Herz- und Stoffwechselerkrankungen können auftreten.

Weiterhin ist es für Allergiker eine wichtige Frage, ob sie Aminosäuren Supplements einnehmen können ohne allergische Reaktionen zu befürchten. Aminosäuren an sich lösen keine Allergien aus, jedoch bestehen Fitness Supplements aus mehreren verschieden unübersichtlichen Zusatzstoffen. Hier solltest du als Allergiker aufpassen und dich genau mit den Inhaltsstoffen eines Supplements auseinandersetzen. Im Idealfall zeigst du deinem Arzt das Produkt, das du konsumieren möchtest und holst dir ein okay von ihm. Beispielsweise bestehen die Kapseln Hüllen oft aus Gelatine. Bei Aminosäurehaltigen Lebensmitteln solltest du natürlich die meiden gegen die du allergisch bist. Zeigst du allergische Reaktionen gegen Nüsse oder Hülsenfrüchte, dann lass auch die Finger davon und beziehe deine Aminosäuren aus anderen z. B. tierischen Nahrungsquellen.

Auch wenn du Vegetarier oder Veganer bist stellt sich für dich die Frage, wie du deinen Körper mit genügend Aminosäuren decken kannst ohne tierische Produkte zu essen. Dabei sind Veganer noch strenger als Vegetarier. Bei Vegetariern ist der Bezug von Aminosäuren aus Milchprodukte, Käse oder Eiern erlaubt. Nur die direkte Aufnahme durch Fleischverzehr ist verboten. Aber auch für Veganer gibt es Produkte, die auf diese Ernährungspräferenzen eingestellt sind.

Hier musst du als Veganer darauf achten, wie das Supplement produziert wurde und welche Zusatzstoffe enthalten sind. Lebensmittel wie Sojabohnen, Nüssen, Hülsenfrüchte, Karotten und Tomaten sind vegan und dienen deinem Körper als gute Aminosäuren Lieferanten, um Muskelaufbau bzw. Fettabbau und Regeneration zu verbessern.

Wie und wo werden Aminosäuren für Sportler hergestellt?

Auf dem Markt der Fitness-Supplements gibt es viele Hersteller. Deshalb ist es wichtig für dich, das richtige Produkt, vom richtigen Produzenten auszuwählen. Strikte Hygienebestimmungen und die Einhaltung des Lebensmittelrechts sind unumgängliche Voraussetzungen bei deiner Wahl. Dabei werden Aminosäuren entweder synthetisch hergestellt oder direkt aus Lebensmittel, durch Auftrennung eines hydrolysierten Proteins gewonnen. Je nach Aminosäure unterscheidet sich das Syntheseverfahren oder das Nahrungsmittel aus dem es hergestellt wird.

Bei deiner Suche nach dem richtigen Hersteller und dem passenden Produkt sollte eine gute Internetrecherche helfen. Dabei kannst du die Kölner Liste als Referenz zur Entscheidungsfindung hinzuziehen. Diese listet bewährte Hersteller auf und zeigt dir an, welche Inhaltsstoffe und Produkte bereits unter Dopingverdacht stehen. Ebenso kannst du erfahrenere Sportler in deinem Fitnessstudio oder die dort angestellten Trainer um Rat bitten. Deren jahrelange Erfahrung bietet oft gute Einblicke darin, welche Produkte halten was sie versprechen und welche nicht. Unbedingt muss das Produkt eine Auflistung aller Inhalts- und Zusatzstoffe aufzeigen. Die meisten Hersteller, die aus Europa kommen, halten alle Richtlinien weitestgehend ein. Amerikanische Produkte enthalten in manchen Fällen Zusätze, die in Deutschland unter Dopingverdacht stehen. Deswegen sind einige amerikanische Hersteller nur mit Vorsicht zu genießen.

Ebenfalls ist größte Aufmerksamkeit bei Billig Produkten aus Fernost zu gewährleisten. Da in China und anderen asiatischen Ländern oft andere Lebensmittelrichtlinien herrschen, ist der Inhalt der Produkte in Deutschland oft nicht zugelassen oder deren Einfuhr illegal. Im schlimmsten Fall ist der Inhalt nicht der, der auf dem Etikett angegeben ist. Die Verarbeitung entspricht in den meisten Fällen auch nicht den EU- Richtlinien.

Zusammenfassung Aminosäuren

Lassen wir nun alle Erkenntnisse die wir über Aminosäuren gesammelt haben Revue passieren. Aminosäuren sind lebensnotwendig- egal für durchschnittlich belastete Körper oder für Sportler-. Sie unterstützen zahlreiche Körperfunktionen wie Hormonbildung und Stoffwechsel. Auch auf die allgemeine Gemütslage haben Aminos Einfluss. Die ausreichende Aufnahme verhindert Müdigkeit und Depressionen. Bei ambitionierten Trainingszielen, wie Muskelaufbau helfen Aminosäuren dem Körper bei Zellwachstum und Nährstoffversorgung. Dadurch wird die Regeneration der Muskeln verbessert und du erreichst deine Ziele schneller und effektiver. Deshalb ist eine gezielte Aufnahme der Aminosäuren durch Fitness- Supplements hilfreich und sinnvoll. Hier ist es wenig ratsam auf einzelne Aminosäuren Produkte zurückzugreifen, sondern Supplements zu benutzen, die eine breite Palette an Aminosäuren abdecken. Dennoch kann zur Trainingsverbesserung und zum Fettabbau die speziellen Effekte einzelner Aminosäuren wie z. B. Beta Alanin bzw. L-Carnitin eingesetzt werden.

Vielmehr ist während einer Diät der Einsatz von Nahrungsergänzungsmittel notwendig, um den Nährstoff- und Energiemangel durch geringe Nahrungsaufnahme zu kompensieren. Die fehlende Menge an Aminosäuren kannst du so trotzdem aufnehmen, ohne bestimmte Lebensmittel zu essen, die den Fettabbau beeinträchtigen.

Bei der Aminosäuren Supplementierung musst du allerdings sehr genau darauf achten, diese nicht in zu großen Mengen zur dir zu nehmen. Ein Arztbesuch zur individuellen Bedarfsermittlung wäre sehr hilfreich, da allgemeine Kenntnisse über die Aminosäuren Zufuhr meist nicht ausreichend sind. Jedoch kannst du Signale deines Körpers interpretieren. Bekommst du Magen- Darmprobleme ist die Dosis zu hoch und du solltest mit der Menge nach unten gehen. Eine ausreichende Wasseraufnahme und schrittweise Gewöhnung an die Aminosäuren Supplementierung sind Pflicht.

Bei allen Vorteilen die Nahrungsergänzungsmittel mit sich bringen, ist es wichtig, dass dir klar ist diese Mittel nur als Ergänzung zu betrachten. Eine ausgewogene Ernährung kann nicht durch Supplements ersetzt werden. Diese ist Grundvoraussetzung zu Erreichung deiner sportlichen Ziele, egal ob Muskel bzw. Fettabbau, Regeneration oder Trainingsverbesserung.

Mit bestem Gruß,

Axel

Bildquelle: Fotolia, © Martinan, © lester120, © apichsn


Kommentare

Susanne Luitz 2. April 2016 um 16:38

ist L Theanine keine Aminisäure?

Antworten

Axel 27. April 2016 um 9:43

Hallo Susanne,

Theanin ist auch eine Aminosäure, allerdings keine proteinogene. Wir haben uns hingesetzt, und hier einen Hintergrundartikel zu Theanin und Deiner Frage geschrieben.

Mit bestem Gruß,
Axel

Antworten

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